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Hyvä Commerce: Diese neuen Features machen Magento fit für 2027

Hyvä Commerce: Diese neuen Features machen Magento fit für 2027

Magento gilt als eines der flexibelsten Shopsysteme für anspruchsvollen Handel – gerade im B2B. Gleichzeitig hält sich hartnäckig das Bild vom mächtigen, aber schwerfälligen System, bei dem selbst kleine Änderungen einen Entwickler brauchen. Genau dieses Bild räumt Hyvä Commerce gerade Stück für Stück ab. Hyvä haucht Magento neues Leben ein – und mit dem Herbst-Release 2026 ist aus einem vielversprechenden Paket ein ziemlich vollständiger Werkzeugkasten für E-Commerce-Teams geworden.

Im Mai 2025 haben wir euch erklärt, warum sich der Einstieg in Hyvä Commerce lohnt. Damals ging es vor allem um das neue Hyvä CMS. Höchste Zeit für ein Update: Was ist inzwischen verfügbar, wie sind die Pakete jetzt geschnitten, was hat es mit der neuen Hyvä-Kasse auf sich – und was steht als Nächstes auf der Roadmap?

Kurz eingeordnet: Was ist Hyvä überhaupt?

Hyvä ist ursprünglich als schnelles, schlankes Frontend für Magento gestartet – also als das, was eure Kundinnen und Kunden im Shop sehen. Seit Ende 2024 ist dieses Hyvä Theme kostenlos. Damit hat sich das Geschäftsmodell klar verschoben: Hyvä verdient sein Geld heute mit Hyvä Commerce, einem Paket aus Werkzeugen für alle, die den Shop täglich betreiben – Marketing, Vertrieb, E-Commerce-Management.

Und das ist der eigentliche Punkt: Magento hatte nie ein Problem beim Können, sondern beim Bedienen. Genau dort setzt Hyvä an.

Zwei Pakete, klare Zuordnung: Hyvä Commerce und Hyvä Enterprise

Seit Sommer 2026 gilt eine einfache Faustregel: Welche Magento-Variante ihr einsetzt, bestimmt euer Hyvä-Paket.

  • Hyvä Commerce ist das Komplettpaket für Magento Open Source und Mage-OS. Mage-OS ist eine von der Community getragene, frei verfügbare Distribution von Magento Open Source. Die Lizenz kostet 3.000 € pro Jahr.
  • Hyvä Enterprise ist das Komplettpaket für Adobe Commerce, die kommerzielle Magento-Variante von Adobe. Es enthält dieselben Werkzeuge und unterstützt zusätzlich Adobe-spezifische Funktionen wie B2B, Live Search, Product Recommendations, Gift Cards und Treuepunkte. Die Lizenz kostet 7.500 € im ersten Jahr, danach 5.000 € pro Jahr – pro Instanz, mit beliebig vielen Storefronts.

Beide Pakete enthalten Theme, Checkout, CMS und alle neuen Funktionen, die Hyvä während der Laufzeit veröffentlicht. Die Preise sind fest: keine Umsatzbeteiligung, keine Gebühr pro Bestellung. Wer gerade die Magento-Varianten vergleicht, findet die Unterschiede in unserem Vergleich Magento Open Source vs. Adobe Commerce.

Die neuen Features: Was euer Team jetzt selbst erledigen kann

Mitte Oktober 2026 hat Hyvä Version 1.4 von Hyvä Commerce veröffentlicht. Damit sind fast alle Werkzeuge, die im Laufe des Jahres in der Beta-Phase waren, offiziell verfügbar. Hier die wichtigsten – ohne Technik-Kauderwelsch.

Menu Builder: Navigation umbauen ohne Ticket

Neue Kategorie, Saisonaktion, Markenseite: Eine Änderung an der Hauptnavigation war bisher oft ein Fall für die Entwicklung. Mit dem Menu Builder stellt euer Team Menüs selbst zusammen und sortiert sie per Drag-and-drop – vom großen Mega-Menü über die mobile Navigation bis zum Footer. Neben Kategorien lassen sich auch Inhaltsseiten und eigene Inhalte einbinden. Gerade bei großen B2B-Sortimenten mit tiefen Kategoriebäumen ist das ein spürbarer Hebel.

Form Builder: Formulare in Minuten statt Sprints

Händlerregistrierung, Musteranfrage, Rückrufwunsch, Messeanmeldung – im B2B-Alltag sind Formulare überall. Mit dem Form Builder legt ihr sie direkt im Hyvä CMS an, auch als mehrstufige Formulare mit Auswahllisten und Einwilligungs-Checkboxen. Ein Spamschutz ist eingebaut. Eingehende Anfragen landen per E-Mail beim richtigen Ansprechpartner und lassen sich zusätzlich automatisch an andere Systeme weiterreichen, etwa an euer CRM. Wichtig zu wissen: Die Einsendungen werden nicht im Shop-Backend gespeichert. Wer eine zentrale Übersicht braucht, sollte die Weiterleitung ins CRM gleich mit einplanen.

E-Mail- und Newsletter-Templates: Markenauftritt bis ins Postfach

Bestellbestätigung, Versandinfo, Passwort-Reset: Die Standard-E-Mails von Magento sehen in vielen Shops noch aus wie vor zehn Jahren. Mit den neuen Templates gestaltet ihr Transaktions-Mails und Newsletter im selben visuellen Editor wie eure Shopseiten – mit Live-Vorschau, Testversand, Versionshistorie und einer Prüfung, wie die Mail in gängigen E-Mail-Programmen aussieht. Header und Footer pflegt ihr einmal zentral, und sie gelten für alle Mails.

Category Merchandiser: Ihr entscheidet, was oben steht

Welche Produkte ganz oben in einer Kategorie stehen, entscheidet über Umsatz. Mit dem Category Merchandiser sortiert euer Team Produkte per Drag-and-drop direkt im Kategorieraster, sucht gezielt Artikel und fügt sie hinzu – auch in Kategorien mit sehr vielen Produkten. Nicht sichtbare oder deaktivierte Artikel werden markiert, damit nichts versehentlich ins Leere läuft. Wer Adobe Commerce nutzt, kann das Werkzeug parallel zum dortigen Visual Merchandiser einsetzen.

KI-Inhalte und Übersetzungen

Hyvä bringt KI dorthin, wo Inhalte entstehen: Texte, Bildfelder oder ganze Seitenabschnitte lassen sich direkt im CMS per KI erzeugen. Schon seit Anfang 2026 übersetzt das CMS Inhalte auf Knopfdruck. Ihr wählt selbst, welches Modell ihr nutzt – angebunden sind unter anderem OpenAI, Google Gemini, Anthropic und DeepL. Dafür braucht ihr ein eigenes Konto beim jeweiligen Anbieter, die Nutzung wird dort separat abgerechnet.

Unsere Einschätzung: pragmatisch statt Hype. Einen Teil der KI-Generierung kennzeichnet Hyvä selbst noch als experimentell. Für mehrsprachige Shops sind die Übersetzungen aber schon heute ein echter Zeitgewinn.

Bildoptimierung und Image Editor

Große Bilder bremsen Shops aus – und schlechte Ladezeiten kosten Umsatz und Sichtbarkeit. Die Media Optimisation wandelt Bilder automatisch in moderne, schlanke Formate (WebP und AVIF) um und skaliert sie passend, bevor sie im Shop ausgeliefert werden. Mit dem integrierten Image Editor schneidet und optimiert euer Team Bilder direkt im Backend, ohne Umweg über ein Grafikprogramm.

Und außerdem

  • Store Credit: Guthaben auf Kundenkonten, etwa für Erstattungen oder Kulanz – einlösbar im Warenkorb und im Checkout und verbunden mit der neuen Hyvä-Kasse.
  • Linked Products: Produktvarianten wie Farben oder Größen sichtbar miteinander verknüpfen, jede mit eigener, suchmaschinenfreundlicher URL.
  • Erweiterte Admin-Rechte: mehrere Rollen pro Nutzer, Beschränkung auf einzelne Websites oder Store Views und ein Änderungsprotokoll – wichtig, sobald mehrere Teams oder Länder am Shop arbeiten.
  • Admin-Dashboard: ein anpassbares Cockpit mit Umsatz-, Bestell- und Performance-Kennzahlen direkt nach dem Login.

Hyvä POS: Die Kasse läuft direkt auf Magento

Die vielleicht größte Neuigkeit betrifft gar nicht den Onlineshop: Mit Hyvä POS bringt Hyvä eine eigene Kassen-App für iPhone, iPad und Mac. Der Clou: Die Kasse arbeitet direkt mit Magento – gleicher Katalog, gleiche Bestände, gleiche Kundenkonten, gleiche Bestellungen. Keine Zwischenschicht, kein nächtlicher Abgleich. Wer Showroom, Werksverkauf, Messestand oder Filiale betreibt, bekommt damit einen durchgängigen Blick auf Kunden und Bestand.

Bezahlt wird per Kartenterminal über Mollie, bar oder gesplittet. Belegdrucker, Scanner und Kassenschubladen gängiger Hersteller werden unterstützt. Die Basis-App ist kostenlos, die Pro-Version mit Offline-Modus, zentraler Verwaltung und Mitarbeiterrollen kostet 50 € pro Kasse und Monat. Zwei Pro-Kassen sind in Hyvä Commerce bereits enthalten.

Ehrlicher Hinweis für den deutschen Markt: Hyvä POS läuft aktuell als geschlossener Pilot. Die in Deutschland vorgeschriebene Fiskalisierung steht auf der Roadmap, ist aber noch nicht produktiv verfügbar. Für deutsche Händler ist die Kasse also ein Thema zum Vormerken – noch nicht zum sofortigen Umstieg.

Ausblick: Was für 2027 auf der Roadmap steht

Hyvä veröffentlicht größere Updates etwa alle drei bis vier Monate und nennt für seine Roadmap bewusst keine festen Termine. Was aktuell in Entwicklung oder Planung ist, zeigt aber klar die Richtung für 2027:

  • Blog direkt im Hyvä CMS: mit Kategorien, Autoren, Vorschau, Zeitplanung und KI-Übersetzung. Ein separates Blog-Modul wird damit überflüssig.
  • SEO Suite: SEO- und Barrierefreiheits-Score, Metadaten pro Shop-Sprache, Vorschau für Suche und Social Media sowie strukturierte Daten.
  • KI-Übersetzungen für Produkte und Kategorien: nicht nur CMS-Seiten, sondern der ganze Katalog pro Sprache.
  • Kundensegmente aus Marketing-Tools: Segmente aus externen Marketing-Automation-Plattformen direkt im Shop nutzen.
  • Bessere Filternavigation: Mehrfachauswahl sowie Filter für Lagerbestand, Neuheiten und Sale.
  • Hyvä POS: breiterer Rollout, Veröffentlichung im App Store und weitere Länder – darunter Deutschland.

Den jeweils aktuellen Stand findet ihr auf der offiziellen Hyvä Roadmap.

Was heißt das für euch?

Ihr nutzt Magento bereits

Dann ist Hyvä Commerce aktuell der wirkungsvollste Hebel, ohne die Plattform zu wechseln. Statt Budget in einen Plattformwechsel zu stecken, macht ihr euren bestehenden Shop schneller und euer Team unabhängiger. Viele Erweiterungen von Drittanbietern – Mega-Menü, Formulare, Merchandising, E-Mail-Editor – lassen sich durch ein einziges, gepflegtes Paket ersetzen. Das senkt Lizenzkosten, Update-Aufwand und Sicherheitsrisiken.

Ihr entscheidet euch gerade für ein Shopsystem

Magento ist für komplexe Sortimente, B2B-Prozesse und individuelle Anforderungen weiterhin eine starke Wahl – ohne Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und ohne Umsatzbeteiligung. Unsere klare Empfehlung: Magento ja, aber mit Hyvä. Plant Hyvä von Anfang an ein, dann bekommt ihr die Flexibilität von Magento und eine Bedienbarkeit, die sich vor SaaS-Systemen nicht verstecken muss.

Praxis-Tipps: So holt ihr das Meiste aus Hyvä Commerce

  • Inventur machen: Welche Drittanbieter-Erweiterungen decken bei euch Menü, Formulare, Merchandising oder E-Mails ab – und was kosten sie pro Jahr?
  • Ticket-Check: Schaut euch die letzten 20 Änderungswünsche an eure Entwicklung an. Wie viele davon könnte euer Team mit Hyvä Commerce selbst erledigen?
  • Mit den Transaktions-Mails starten: schneller, sichtbarer Effekt – jede Bestellung profitiert davon.
  • Formulare mit Ziel planen: Legt fest, wohin Anfragen fließen. Ein Postfach allein reicht im B2B selten, die CRM-Anbindung gehört dazu.
  • KI-Kosten im Blick behalten: eigene API-Konten mit Budgetgrenzen anlegen, bevor das Team loslegt.
  • POS vormerken, nicht vorziehen: Wer stationär verkauft, sollte die Fiskalisierung für Deutschland abwarten und den Piloten im Auge behalten.

Fazit: Magento ist zurück – mit Hyvä

Hyvä hat sich vom schnellen Frontend zu einem Komplettpaket entwickelt, das Magento im Alltag deutlich einfacher macht. Menu Builder, Form Builder, E-Mail- und Newsletter-Templates und Category Merchandiser holen genau die Aufgaben aus der Entwicklung, die Fachteams bisher am meisten ausgebremst haben. Mit der klaren Trennung zwischen Hyvä Commerce und Hyvä Enterprise ist auch die Paketfrage endlich einfach. Und mit Hyvä POS und der Roadmap für 2027 zeigt Hyvä, dass Magento weit über den Onlineshop hinaus relevant bleibt. Als Hyvä-Partner begleiten wir Bestandskunden beim Umstieg und Neueinsteiger bei der Entscheidung – sprecht uns an.

Hyvä Commerce ist das Komplettpaket für Magento Open Source und Mage-OS, Hyvä Enterprise das Komplettpaket für Adobe Commerce. Beide enthalten dieselben Werkzeuge. Hyvä Enterprise unterstützt zusätzlich Adobe-spezifische Funktionen wie B2B, Live Search und Product Recommendations.

Hyvä Commerce kostet 3.000 € pro Jahr, alternativ gibt es eine Fünf-Jahres-Lizenz. Hyvä Enterprise kostet 7.500 € im ersten Jahr und danach 5.000 € pro Jahr. Umsatzabhängige Gebühren fallen bei beiden nicht an.

Seit Version 1.4 (Oktober 2026) sind unter anderem Menu Builder, Form Builder, E-Mail- und Newsletter-Templates, Category Merchandiser, Store Credit, Linked Products und erweiterte Admin-Rechte offiziell verfügbar. Dazu kommen KI-Funktionen im CMS, Bildoptimierung, Image Editor und Admin-Dashboard.

Die Plattform bleibt, also kein Replatforming. Hyvä Commerce setzt aber auf das Hyvä Theme auf. Läuft euer Shop noch mit dem alten Magento-Standard-Frontend, steht zunächst eine Umstellung des Frontends auf Hyvä an. Daten, Prozesse und Backend bleiben erhalten.

Noch nicht produktiv. Hyvä POS läuft derzeit als geschlossener Pilot, und die in Deutschland vorgeschriebene Fiskalisierung steht noch auf der Roadmap. Händler mit stationärem Verkauf sollten das Thema vormerken.

Ja. Die KI-Funktionen sind in der Lizenz enthalten, die eigentliche Nutzung der KI-Modelle läuft aber über ein eigenes Konto beim jeweiligen Anbieter, etwa OpenAI, Google, Anthropic oder DeepL, und wird dort separat abgerechnet.

Ja – vor allem bei komplexen Sortimenten, individuellen Preis- und Freigabeprozessen und dem Wunsch nach Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Mit Hyvä wird Magento zudem für Fachteams deutlich einfacher bedienbar.

Veröffentlicht am: 30. Oktober 2026Kategorien: Adobe, Allgemein, Magento Shop Entwicklung, Shop Entwicklung

Über den Autor / die Autorin: Jens Richter

Mein Name ist Jens und ich bin CTO bei Lemundo. Seit über zehn Jahren bewege ich mich an der Schnittstelle von E-Commerce, Technologie und Business – sowohl aus der Agenturperspektive als auch aus dem Payment-Umfeld. Mich treibt die Frage an, wie sich komplexe Anforderungen durch Automatisierung, Low-Code-Ansätze und KI-basierte Systeme nachhaltig vereinfachen lassen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf AI-Agents, composable Architekturen und Plattformen wie n8n, mit denen sich Prozesse systemübergreifend orchestrieren und kontinuierlich weiterentwickeln lassen. Als CTO übersetze ich fachliche Anforderungen in stabile, skalierbare technische Konzepte – immer mit Blick auf Business Value, Effizienz und Zukunftsfähigkeit. Wichtig sind mir offene Kommunikation, Verantwortung im Team und der Mut, bestehende Muster zu hinterfragen und neu zu denken. Follow me on LinkedIn:

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